Durchlauferhitzer Wissen

Wie funktioniert ein Durchlauferhitzer

Ein Durchlauferhitzer erwärmt kaltes Wasser in der kurzen Zeit, in der es durch ihn hindurchfließt. Die Warmwasser-Erzeugung erfolgt nur auf Abruf – d.h. erst sobald ein Wasserhahn geöffnet wird und unmittelbar bevor es durch die Leitung zum geöffneten Zapfhahn strömt. Sobald man den Zapfhahn schließt, schaltet sich der Durchlauferhitzer sofort wieder ab. Da er nur bei Bedarf aktiv wird, nur das jeweils benötigte Wasser erhitzt und sehr wenig Nachwärme entsteht, ist ein Durchlauferhitzer im Verhältnis zu vielen Alternativen energiesparend.

Wodurch unterscheiden sich “hydraulische”, “elektronische” und “vollelektronische” Durchlauferhitzer?

Die Steuerung im Innern des Geräts kann sowohl elektronisch als auch hydraulisch erfolgen. Beides sind zwar bewährte Techniken, die elektronische oder vollelektronische Regelung ist jedoch deutlich zeitgemäßer und verbraucht im Schnitt weniger Energie, in der Regel gilt als Orientierungswert eine Energieersparnis von ca. 20% bis 30%. Für stabile Temperaturen auch bei mehreren angeschlossenen Zapfstellen und wechselnden Abzapfmengen ist eine vollelektronische Durchlauferhitzer-Lösung empfehlenswert. Für genauere Informationen besuchen Sie bitte unsere Detailseiten über hydraulisch bzw. elektronisch geregelte Durchlauferhitzer.

Wodurch unterscheiden sich Durchlauferhitzer mit Rohrspirale und Blankdraht-Erhitzer?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Art der Wärmeübertragung. Geräte mit Rohrspirale heizen das Wasser auf, während es durch eine Spirale in seinem Inneren fließt. Bei einem Blankdraht-Durchlauferhitzer liegen die Heizleiter dagegen direkt im Wasser, ähnlich wie man es vielleicht von den Heizspiralen in bestimmten Wasserkochern kennt. Blankdraht-Modelle sind besonders gut für kalkhaltiges Wasser geeignet und wurden sogar speziell entwickelt, damit man Durchlauferhitzer auch bei Leitungswasser mit hohem Kalkgehalt gut verwenden kann. Blankdraht-Modelle können das Wasser prinzipiell schneller aufheizen und sind gegenüber Rohrspiralen-Geräten energiesparender.

Worauf sollte ich bei der Wahl des Durchlauferhitzers achten?

  • Die Heizleistung ist Indikator dafür, wie schnell das Gerät das Wasser aufheizt – gerade bei schnellem Durchfluss ist dies wichtig, wenn z.B. mehrere Anschlüsse gleichzeitig mit Warmwasser versorgt werden sollen. Als Faustregel gilt: Je höher die Nennleistung, desto mehr Zapfstellen kann der Durchlauferhitzer versorgen und desto besser kann er die Wunschtemperatur auch an allen Entnahmestellen exakt halten. Übrigens gibt es auch Modelle, die sich auf unterschiedliche Nennleistungen einstellen lassen, sodass man auf veränderte Warmwasser-Anforderungen leicht reagieren kann. Welche Durchlauferhitzer-Leistung grob für welchen Zweck geeignet ist, erfahren Sie im nächsten Punkt “Einsatzgebiet”.
  • Das Einsatzgebiet ist sehr wichtig. Um in einer Wohnung, einer Etage oder einem Haus mehrere Anschlusstellen zu versorgen, sind Modelle mit mindestens 12kW erforderlich. In der Regel sollten es jedoch zwischen 18kW und 27 kW sein, wenn man größere Durchflussmengen und höhere Temperaturen ohne Aussetzer wünscht. Achten Sie im Altbau oder älteren Baubestand jedoch auf die Für kleinere Abnahmemengen an einzelnen Zapfhähnen, z.B. zum warmen Händewaschen am Waschbecken im Keller oder im Gartenhäuschen, sind die relativ neuen Klein-Durchlauferhitzer mit 3,5kW bis 7kW ausreichend und auch häufig ein echter Preistipp.
  • Der Durchfluss gibt an, wieviel Liter pro Minute der Durchlauferhitzer bewältigt.
  • Die Höchstemperatur ist wichtig, wenn Sie häufig eine bestimmte Gradzahl erreichen möchten. Je nach Modell sind über 60° Celsius möglich, Kleinstgeräte erreichen aber teilweise nur ca 35°. Viele Erhitzer ermöglichen es, eine Wunschtemperatur zu wählen, die entweder direkt am Gehäuse oder über eine Fernbedienung eingestellt werden kann. Kochwasser können Durchlauferhitzer übrigens nicht erzeugen.
  • Installation und Anschlüsse sind ein weiterer Aspekt des Einsatzgebietes und ebenfalls sehr relevant. Bestimmte, vor allem die vollwertigen Durchlauferhitzer mit 18kW und mehr, können z.B. problemlos an Druck-Armaturen angeschlossen werden. Andere Modelle, vor allem die offenene Mini-Durchlauferhitzer, sind dagegen ausschließlich für sogenannte drucklose Armaturen geeignet. Auch die Eignung für vorgewärmtes Wasser, z.B. durch Solarenergie, die Anbindung an Kunststoffrohre und viele weitere Installationsmöglichkeiten sind von Modell zu Modell unterschiedlich. Darüber hinaus ist für vollwertige elektrische Durchlauferhitzer ein Starktstromanschluss erforderlich, für Gas-Durchlauferhitzer zusätzlich ein Gasanschluss. Ausnahme: Einige elektrische Mini-Durchlauferhitzer kann man auch mit einfach mit einem Stecker an das normale Stromnetz (per Steckdose) anschließen. In unseren Durchlauferhitzer Tests versuchen wir, alle wichtigen Besonderheiten und Eignungen aufzuführen.
  • Die Energieeffizienz ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, der sich auch in den Betriebskosten niederschlägt. Denn ein energiesparender Durchlauferhitzer bedeutet geringeren Stromverbrauch und weniger Wasserverbrauch (v.a. weniger unnötig durchlaufendes Kaltwasser, bevor die Heizwirkung spürbar ist). Vorteile bieten vom Grundsatz her Blankdraht-Heizer gegenüber Rohrspiralen-Erhitzern, da sie das Wasser schneller aufheizen und Strom sparen. Außerdem ist eine elektronische Steuerung im Prinzip ressourcenschonender als eine hydraulische Regelung. Von Modell zu Modell können diese grundsätzlichen Verhältnisse natürlich auch einmal anders ausfallen. Weiter unten finden Sie übrigens Tipps, wie Sie Warmwasser sparen können.
  • Eine Wartung ist bei elektrischen Durchlauferhitzern nicht erforderlich, bei Gas-Geräten sollten Sie dagegen einmal pro Jahr die Brennräume reinigen lassen.
  • Die Sicherheit hat immer Vorrang. Achten Sie darauf, dass der Durchlauferhitzer die Schutzklasse IP 25 erfüllt. Dieser marktübliche Standard bedeutet, dass das Gerät in ausreichendem Maße Druck sowie Strahlwasser verkraftet bzw. dagegen geschützt ist. Bei allen Durchlauferhitzern (außer Klein-Geräten für einzelne Waschbecken) ist in der Regel ein Starkstromanschluss erforderlich, bei Gasmodellen zusätzlich ein Gasanschluss. Die Installation von Strom, Wasser und (je nach Modell) Gas sollten Sie unbedingt Fachleuten überlassen, um Risiken auszuschließen.
  • Die Entscheidung für das richtige Modell kann übrigens leichter ausfallen, als man vielleicht angesichts der vielen zu beachtenden Punkte denkt. Eine Entscheidungshilfe rund um die wichtigsten Details finden Sie in unserem aktuellen Durchlauferhitzer Test.

Was ist eine “zentrale” und was eine “dezentrale” Warmwasserversorgung?

Bei einer zentralen Wassererwärmung erzeugt ein einziger Wassererhitzer das gesamte Warmwasser für alle Zapfstellen eines Hauses oder einer Wohnung. Zusätzlich zu Kaltwasserleitungen sind deshalb bei zentraler Warmwasserversorgung auch Warmwasserrohre im Gebäude nötig. Außerdem muss man ein sogenanntes Zirkulationsnetz installieren, damit das Warmwasser an jeder Zapfstelle schnell und ohne große Anlaufverluste in der gewünschten Temperatur verfügbar ist. Bei einer solchen zentralen Warmwassererzeugung fallen deshalb sowohl Verteilverluste als auch Zirkulationsverluste an – denn auf den verschiedenen Transportwegen kühlt das einmal aufgeheizte Wasser wieder ab, sodass die Heizenergie nur teilweise bis zum Waschbecken, zur Dusche oder zur Spüle gelant. Diese Warmwasserverluste können über 40% der gesamten Wasserwärme ausmachen (siehe unten zum Thema “Warmwasser einsparen”).

Eine dezentrale Wassererwärmung bedeutet, dass an jeder Zapfstelle ein eigenes Gerät zur Wassererhitzung montiert und angeschlossen wird, in der Regel handelt es sich dabei um Durchlauferhitzer. Das benötigte Warmwasser wird also nur dort erwärmt, wo es auch abgezaptf wird, und nicht durch Warmwasserleitungen durch das Gebäude transportiert. Es entfallen damit also auch fast alle Rohrleitungen für Warmwasser – bis auf kurze Strecken z.B. innerhalb des Badezimmers oder der Küche.

Wie viele Anschlussstellen kann ich mit einem Durchlauferhitzer versorgen?

Grundsätzlich können Sie beliebig viele Anschlüsse mit einem Gerät versorgen. Je mehr Wasserhähne, Duschen und andere Entnahmestellen Sie jedoch anschließen, desto höher sollte die Heizleistung des Gerätes sein, um auch bei gleichzeitiger Wasserentnahme an mehr als einer Zapfstelle die gewünschte Temperatur zu bieten. Denn ein Durchlauferhitzer muss das Wasser beim Durchließen des Gerätes – also in ziemlich kurzer Zeit – auf ca. 40° Celsius aufheizen. Bei geringer Fließgeschwindigkeit ist dafür auch eine geringe Heizleistung vollkommen ausreichend. Wenn jedoch viel Wasser durchläuft, z.B. weil an mehreren Wasserhähnen gleichzeitig Heißwasser benötigt wird, ist eine hohe Heizleistung erforderlich. Nur dann kommt an allen Zapfstellen Wasser in der gewünschten Temperatur an, ohne dass es Wärmeschwankungen gibt.

Wann eignen sich Durchlauferhitzer, wann eher ein Warmwasserspeicher?

Sie haben denselben Zweck, aber eine unterschiedliche Technik: Sowohl Durchlauferhitzer als auch Warmwasserspeicher versorgen die nahegelegenen Wasserhähne mit Warmwasser. Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser aber immer nur auf Abruf, wenn es also an einem Wasserhahn abgezapft wird. Dafür muss das Wasser spontan aufgeheizt werden. Dass ist energieeffezient, stößt aber bei großen Wassermengen an seine Grenzen. Warum, ist einfach erklärt: Je schneller das Wasser durch den Erhitzer läuft, desto mehr Energie ist erforderlich, um es in der immer kürzeren Durchlaufzeit aufzuheizen. Ein leistungsstarker Durchlauferhitzer kann auch bei recht schnellem Durchlauf die gewünschte Temperatur erzielen, aber wenn mehrere Wasserhähne zur selben Zeit an unterschiedlichen Stellen heißes Wasser abzapfen, ist auch dessen Leistungsfähigkeit nicht ausreichend. Sollte diese Situation häufiger vorkommen, empfiehlt sich entweder die Anschaffung von mehr als einem Erhitzer oder stattdessen die Anschaffung eines Warmwasserspeicher, den man auch Boiler nennt (von engl. to boil = kochen). Ein Warmwasserspeicher (Boiler) erhitzt Wasser auf Vorrat, was zwar prinzipiell mehr Energie erfordert, aber dafür immer eine Warmwasser-Reserve bietet.
Als Faustregel gilt: Für ca. 10 Liter Heißwasser pro Minute ist ein Durchlauferhitzer mit ca. 25kW vollkommen ausreichend, bei 15 Litern oder mehr pro Minute sollte man jedoch einen Warmwasserspeicher nutzen. Sie können allerdings recht leicht den Literbedarf ohne Komforteinbußen senken, wenn Sie den ein oder anderen Spartipp nutzen. Um herauszufinden, wieviel Wasser Sie verbrauchen, können Sie auch einen einfachen Test machen: Waschen Sie sich z.B. ganz normal die Hände, stellen Sie aber vorher eine Schüssel ins Waschbecken. Anschließen sehen Sie, welche Menge Sie verbraucht haben.

Welche Durchlauferhitzer haben das beste Preis-/Leistungsverhältnis?

Die beste Wahl hängt von vielen Faktoren ab, daher sollten Sie am besten unseren Durchlauferhitzer Test durchlesen und Ihre Wahl anhand der Testberichte fällen.

Wie kann ich Warmwasser einsparen?

  • Wasser geschickter nutzen: Viel Warmwasser fließt durch den Hahn, ohne eigentlich genutzt zu werden. Das kann man leicht ändern. Zum Beispiel indem man beim Zähneputzen, Rasieren oder Abspülen den Hahn nur dann öffnet, wenn man das Wasser auch tatsächlich gerade braucht. So lässt sich viel Energie sparen, ohne auf etwas zu verzichten. Außerdem kann man Warmwasser leicht “speichern”: Beim Spülen lässt man einfach das Becken etwas volllaufen, statt unter laufendem Wasser zu spülen.
    Genau umgekehrt verhält es sich übrigens hingegen beim Baden. Bis eine Wasser nämlich so weit gefüllt ist, dass man ein Vollbad nehmen kann, sind im Schnitt 170-180 Liter erforderlich. Eine normale, vollkommen ausreichende Dusche kommt dagegen mit durchschnittlich gut 50-60 Litern aus.
  • Wasser automatisch sparen dank Durchlaufbegrenzer: Meist kommt viel mehr Wasser pro Sekunde aus der Leitung, als man überhaupt benötigt. Um das zu verhindern, gibt es günstige spezielle Sanitär-Einbauten. Durchlaufbegrenzer, die pro Sekunde nur noch knapp die Hälfte an Wasser durchlassen, kosten lediglich wenige Euro. Einmal montiert, sparen Sie beim Warmwasser sofort Heizleistung und Wasserkosten, und das für einen sehr geringen Einmalpreis.
  • Solarenergie nutzen: Einige Durchlauferhitzer vertragen auch den Zufluss von bereits vorgewärmten Wasser, z.B. aus Sonnenkollektoren. Falls Sie also ohnehin Solarenergie zum Wasserwärmen nutzen, brauchen Sie das bereits vortemperierte Wasser im Durchlauferhitzer lediglich noch auf die gewünschte Gradzahl zu bringen. Falls das für Sie interessant ist, achten Sie bei der Auswahl des Durchlauferhitzers bitte auf die angegebenen erlaubten Zuflusstemperaturen des jeweiligen Modells.
  • Weniger Wärme verlieren: Kurze Wege. Wichtig ist grundsätzlich, unnötige Wasserwege zu vermeiden: Je kürzer der Weg vom Durchlauferhitzer zur Abnahmestelle bei ansonsten identischer Isolierung ist, um so weniger Wärme kann auf dem Weg verloren gehen. Also den Erhitzer so nah wie möglich an die Abnahmestelle(n) positionieren. Falls Sie mehrere Stellen mit einem einzigen Erhitzer versorgen, lohnt sich übrigens eventuell jeweils ein kleiner, separater Durchlauferhitzer für einzelne, weit von den anderen Zapfstellen entfernt liegende Abnahmestellen. Eine direkte Verbindung des Erhitzers zur Zapfstelle reduziert ganz erheblich die Anlaufverluste, Speicherverluste und Verteilverluste, die bei einer zentralen Warmwasserversorgung auftreten. In einem Einfamilienhaus mit zentraler Warmwasserversorgung beträgt der Anteil der Wärmeverluste 42,4%, beim selben Haus mit dezentraler Warmwasserversorgung durch Durchlauferhitzer jedoch nur 2,8%. Die Anlaufverluste sinken dabei von 5 Litern pro Werktag auf 1,5 Liter pro Werktag (Quelle: Studie der FfE Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH zur
    Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen durch dezentrale elektrische Warmwasserversorgung. Weitere Details finden Sie unter waerme-plus.de).
  • Wichtig zum Energiesparen bei Warmwasserspeichern: Die Isolierung.
    Warmwasserspeicher bevorraten das heiße Wasser in einem wärmegedämmten Tank. Je besser die Dämmung ist, um so energiesparender kann das Wasser auf der gesetzlich vorgegebenen Mindesttemperatur gehalten werden. Denn eine hochwertige Dämmung hält Wärmeverluste möglichst gering, sodass entsprechend wenig Heizenergie erforderlich ist, um die Temperaturverluste auszugleichen.
  • Weniger Wärme verlieren: auch die Armaturen Einhebelmischer und Mischbatterien helfen: Wenn Sie etwas größeren Aufwand nicht scheuen – und vielleicht ohnehin gerade renovieren oder neu bauen – sollten Sie sich für dünne, gut isolierte Wasserrohre entscheiden und Einhelbermischer bzw. Mischbatterien entscheiden. Beide sorgen für eine bessere Ausnutzung der Heizleistung. Die dünneren Rohre mit guter Wärmedämmung bringen die Temperatur aus dem Durchlauferhitzer mit viel weniger Verlusten bis zum Wasserhahn. Und wenn Sie sich bei den Armaturen für Einhebelmischer oder Mischbatterien entscheiden, erreichen Sie beim Händewaschen, Duschen etc. viel leichter und schneller die gewünschte Temperatur, sodass Sie ca. ein Viertel weniger Wasser durchlaufen lassen müssen – und mit Ihrem Durchlauferhitzer weniger Wasser umsonst erwärmen.