Durchlauferhitzer: Wissen & FAQ

Wie finde ich das richtige Modell?

Diese Checkliste und unsere Infos zum Durchlauferhitzer Test helfen Ihnen bei der Auswahl.

Einsatzgebiet und Leistung

  • Um in einer Wohnung, einer Etage oder einem Haus mehrere Anschlusstellen zu versorgen, sollte der Erhitzer zwischen mindestens 18kW und besser 24 bis 27 kW leisten, wenn man größere Durchflussmengen und höhere Temperaturen ohne Aussetzer wünscht.
  • Für kleinere Abnahmemengen an einzelnen Zapfhähnen sind Klein-Durchlauferhitzer ausreichend und häufig ein echter Preistipp.
  • Die Leistung ist Indikator dafür, wie viel Wasser das Modell pro Minute aufheizen kann – gerade bei schnellem Durchfluss ist dies wichtig, wenn z.B. mehrere Anschlüsse gleichzeitig mit Warmwasser versorgt werden sollen. Übrigens gibt es auch Modelle, die sich auf unterschiedliche Nennleistungen einstellen lassen, sodass man auf veränderte Warmwasser-Anforderungen leicht reagieren kann.
  • Die maximale Durchflussmenge gibt an, wieviel Liter pro Minute der Durchlauferhitzer bewältigt.

Bedienung

  • Wo? Die Auslauftemperatur lässt sich je nach Modell direkt am Gehäuse oder bei einzelnen Geräten auch zusätzlich per Fernbedienung einstellen.
  • Wie genau? Wählschalter mit vorgegebenen Temperaturstufen, Drehräder mit stufenloser Einstellung oder mit Digitaldisplay für eine exakte Einstellung, teils bis auf 0,5°C genau: Es gibt gewaltige Unterschiede. Je genauer Ihre Vorstellung der Warmwassernutzung haben, um so umfassender sollte auch die Bedienung funktionieren.
  • Extras: Ein Display bietet bei Topmodellen weit mehr als nur die Anzeige der Auslauftemperatur. Es gibt diverse Erweiterungen, von Verbrauchsanzeigen für Strom und Wasser bis hin zu Informationen über das Wetter sowie einer Radiosteuerung bei Modellen mit WLAN oder Bluetooth. 

Temperatur

  • Die Höchstemperatur ist wichtig, wenn Sie häufig eine bestimmte Wärme erreichen möchten. Je nach Modell sind über 60° Celsius möglich, Kleinstgeräte erreichen aber teilweise nur ca 35°.
  • Kochwasser können Durchlauferhitzer übrigens nicht erzeugen. Dafür gibt es spezielle Kochendwassergeräte.

Montage und Wartung

  • Geeignete Armaturen: Bestimmte, vor allem große Durchlauferhitzer mit 18kW und mehr, können problemlos an Druck-Armaturen angeschlossen werden. Andere Modelle, vor allem die offenene Mini-Durchlauferhitzer, sind dagegen meist nur für sogenannte drucklose Armaturen geeignet.
  • Für elektrische Durchlauferhitzer ist in der Regel ein Starktstromanschluss (400 V) erforderlich, für Gas-Durchlauferhitzer zusätzlich ein Gasanschluss. Daher sollte ein Fachmann den jeweiligen Durchlauferhitzer anschließen. Hinweis: Viele Mini-Durchlauferhitzer lassen sich einfach per Stecker und Steckdose mit Strom (230 V) versorgen. In unseren Berichten weisen wir entsprechend darauf hin.
  • Wasserzufluss: Die Eignung für vorgewärmtes Wasser, z.B. durch Solarenergie und die Anbindung an Kunststoffrohre sind von Modell zu Modell unterschiedlich.
  • Eine Wartung ist bei elektrischen Durchlauferhitzern nicht erforderlich, bei Gas-Geräten sollten Sie dagegen einmal pro Jahr die Brennräume reinigen lassen.

Sicherheit

  • Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Durchlauferhitzer die Schutzklasse IP 25 erfüllt. Dieser marktübliche Standard bedeutet, dass das Gerät in ausreichendem Maße Druck und Strahlwasser verkraftet bzw. dagegen geschützt ist.

Was sind „zentrale“ und „dezentrale“ Warmwasserversorgung?

Bei einer zentralen Wassererwärmung erzeugt ein einziger Wassererhitzer das gesamte Warmwasser für mehrere (oder alle) Zapfstellen. Zusätzlich zu Kaltwasserleitungen sind deshalb auch Warmwasserrohre im Gebäude nötig. Außerdem muss man ein sogenanntes Zirkulationsnetz installieren, damit das Warmwasser an jeder Zapfstelle schnell und ohne große Anlaufverluste in der gewünschten Temperatur verfügbar ist. Infolgedessen fallen sowohl Verteilverluste als auch Zirkulationsverluste an – denn auf den verschiedenen Transportwegen kühlt das aufgeheizte Wasser wieder ab. Die Heizenergie gelangt also nur teilweise bis zu Waschbecken, Dusche oder Spüle. Diese Verluste können über 40% der gesamten Wasserwärme ausmachen (siehe unten: „Warmwasser einsparen“).

Eine dezentrale Wassererwärmung bedeutet, dass an jeder Zapfstelle ein eigenes Gerät zur Wassererhitzung montiert und angeschlossen wird. Das benötigte Warmwasser wird also nur dort erwärmt, wo es auch abgezapft wird, und fließt nicht durch Warmwasserleitungen durch das Gebäude. Es entfallen also auch fast alle Rohrleitungen für Warmwasser – bis auf kurze Strecken z.B. innerhalb von Badezimmer oder Küche.

Wann ein Durchlauferhitzer, wann ein Warmwasserspeicher?

Beide haben denselben Zweck, aber unterschiedliche Technik: Sowohl Durchlauferhitzer als auch Warmwasserspeicher (Test) versorgen die nahegelegenen Wasserhähne mit Warmwasser.

Als Faustregel gilt: Für ca. 10 Liter Heißwasser pro Minute ist ein Durchlauferhitzer mit ca. 24-27kW noch locker ausreichend, bei 15 Litern oder mehr pro Minute sollte man jedoch einen Warmwasserspeicher nutzen. Achten Sie jeweils auf die Angabe des maximalen Durchflusses pro Minute in unseren Berichten.

Bis zu ca. 10 Liter / Minute: Durchlauferhitzer

Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser immer nur auf Abruf, wenn es also an einem Wasserhahn abgezapft wird. Dafür muss das Wasser spontan aufgeheizt werden. Dass ist energieeffezient, stößt aber bei großen Wassermengen an seine Grenzen.

Je schneller das Wasser durch den Erhitzer läuft, desto mehr Energie ist erforderlich, um es in der immer kürzeren Durchlaufzeit aufzuheizen. Ein leistungsstarker Durchlauferhitzer kann auch mehrere Zapfstellen parallel mit Warmwasser versorgen: Bei 24 oder 27 kW sind je nach Modell zwischen 8 und 16 Liter pro Minute möglich.

Ab ca. 15 Liter / Minute: Warmwasserspeicher

Falls Sie häufiger parallel mehrere Wasserhähne, Duschköpfe oder Badearmaturen mit Heißwasser versorgen möchten, dürften oft mehr als 10 Liter pro Minute anfallen. Dann empfiehlt sich entweder die Anschaffung von mehr als einem Erhitzer – oder stattdessen für eine zentrale Warmwasserversorgung die Anschaffung eines Warmwasserspeichers. Dieses Gerät nennt man auch Boiler (von engl. to boil = kochen).

Ein Warmwasserspeicher erhitzt Wasser auf Vorrat, was zwar prinzipiell mehr Energie erfordert, aber dafür immer eine Warmwasser-Reserve bietet. Je nach Bedarf sind Kleinspeicher mit ca. 5 bis 10 Litern oder Gr0ßmodelle mit ca. 30 bis 100 Litern Speicher-Volumen verfügbar.

Wie viele Liter pro Minute brauchen Sie wirklich?

Sie können allerdings recht leicht den Literbedarf ohne Komforteinbußen senken, wenn Sie den ein oder anderen Spartipp nutzen. Um herauszufinden, wieviel Wasser Sie verbrauchen, können Sie auch einen einfachen Test machen: Waschen Sie sich z.B. ganz normal die Hände, stellen Sie aber vorher eine Schüssel ins Waschbecken. Anschließen sehen Sie, welche Menge Sie verbraucht haben.

Wie kann ich Warmwasser einsparen?

Weniger Wasser verbrauchen – ohne zu verzichten

  • Wasser von Hand sparen: Viel Warmwasser fließt durch den Hahn, ohne eigentlich genutzt zu werden. Das kann man leicht ändern, ohne auf etwas zu verzichten. Zum Beispiel indem man beim Zähneputzen, Rasieren oder Abspülen den Hahn nur dann öffnet, wenn man das Wasser auch tatsächlich gerade braucht. Außerdem kann man Warmwasser leicht „speichern“: Beim Spülen lässt man einfach das Becken etwas volllaufen, statt unter laufendem Wasser zu spülen. Genau umgekehrt verhält es sich hingegen beim Baden. Bis eine Wasser so weit gefüllt ist, dass man ein Vollbad nehmen kann, sind im Schnitt 170-180 Liter erforderlich. Eine normale Dusche kommt dagegen mit durchschnittlich gut 50-60 Litern aus.
  • Wasser automatisch sparen dank Durchlaufbegrenzer. Meist kommt viel mehr Wasser pro Sekunde aus der Leitung, als man benötigt. Um das zu verhindern, gibt es günstiges Sanitär-Zubehör. Durchlaufbegrenzer, die pro Sekunde nur noch knapp die Hälfte an Wasser durchlassen, kosten wenige Euro. Einmal montiert, sparen Sie beim Warmwasser sofort Heizleistung und Wasserkosten und können sich schnell rechnen.

Weniger Wärme verlieren – und dadurch Energie sparen

  • Kurze Wege. Je kürzer die Leitung vom Durchlauferhitzer zur Abnahmestelle bei ansonsten identischer Isolierung ist, um so weniger Wärme kann auf dem Weg verloren gehen. Unser Tipp: Den Erhitzer so nah wie möglich an die Abnahmestelle(n) positionieren. Das reduziert ganz erheblich die Anlaufverluste, Speicherverluste und Verteilverluste, die bei einer zentralen Warmwasserversorgung auftreten. Falls Sie mehrere Stellen mit einem einzigen Erhitzer versorgen, lohnt sich für einzelne, weit entfernte Abnahmestellen eventuell ein separater kleiner Durchlauferhitzer.
Im Vergleich: kurze und lange Wege
In einem Einfamilienhaus mit zentraler Warmwasserversorgung beträgt der Anteil der Wärmeverluste 42,4%, beim selben Haus mit dezentraler Warmwasserversorgung durch Durchlauferhitzer jedoch nur 2,8%. Die Anlaufverluste sinken dabei von 5 Litern pro Werktag auf 1,5 Liter pro Werktag (Quelle: Studie der FfE Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH zur Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen).
  • Isolierung von Warmwasserspeichern. Warmwasserspeicher bevorraten geheiztes Wasser in einem wärmegedämmten Tank. Je besser die Isolierung ist, um so weniger Wärme geht nach außen verloren. Und um so weniger Heizenergie ist erforderlich, um das Wasser auf der gesetzlich vorgegebenen Mindesttemperatur zu halten.
  • Wie die richtigen Armaturen helfen. Wenn Sie etwas größeren Aufwand nicht scheuen – und vielleicht ohnehin gerade renovieren oder neu bauen – sollten Sie sich für dünne, gut isolierte Wasserrohre und Einhelbermischer bzw. Mischbatterien entscheiden. Beides sorgt für eine bessere Ausnutzung der Heizleistung.
    Die dünneren Rohre mit guter Wärmedämmung bringen die Temperatur aus dem Durchlauferhitzer mit viel weniger Verlusten bis zum Wasserhahn.
    Mit einem Einhebelmischer oder einer Mischbatterie erreichen Sie beim Händewaschen, Duschen etc. leichter und schneller die gewünschte Temperatur. Dadurch muss ca. ein Viertel weniger Wasser durchlaufen und Ihr Durchlauferhitzer weniger Wasser umsonst erwärmen.

Die effizienteste Wärmetechnik nutzen

  • Die Energieeffizienz ist ein wichtiger Faktor, der sich auch in den Betriebskosten niederschlägt. Ein energiesparender Durchlauferhitzer bedeutet geringeren Stromverbrauch. Und wenn weniger Kaltwasser durchläuft, bevor die Heizwirkung spürbar ist, sinkt auch der Wasserverbrauch.
  • Vorteile bieten vom Grundsatz her Blankdraht-Heizer gegenüber Rohrspiralen-Erhitzern und elektronische Modelle gegenüber einer hydraulischen Regelung.
  • Solarenergie nutzen: Einige Durchlauferhitzer vertragen auch den Zufluss von vorgewärmtem Wasser, z.B. aus Sonnenkollektoren. Falls Sie ohnehin Solarenergie zum Wasserwärmen nutzen, brauchen Sie das vortemperierte Wasser im Durchlauferhitzer lediglich noch auf die gewünschte Gradzahl zu bringen. Falls das für Sie interessant ist, achten Sie bei der Auswahl des Durchlauferhitzers bitte auf die angegebenen erlaubten Zuflusstemperaturen des jeweiligen Modells.

Fazit

Die Entscheidung für das richtige Modell kann übrigens leichter ausfallen, als man vielleicht angesichts der vielen zu beachtenden Punkte denkt. Eine Entscheidungshilfe rund um die wichtigsten Details finden Sie in unserem aktuellen Durchlauferhitzer Test.